Qualitätsaspekte:

Rindfleisch:

Unser Rindfleisch beziehen wir überwiegend aus Uruguay, Bayern, Irland, Australien, Italien, Spanien und Polen. Nach unserer Maßgabe, von überall dort, wo das Vieh freien Auslauf genießt. 

Das im Vergleich zu Deutschland sehr dünn besiedelte Uruguay -zum Beispiel- verfügt über die nötige Fläche und optimale klimatische Bedingungen  für eine ganzjährige extensive und artgerechte Rinderhaltung. Die Rinder halten sich ihr Leben lang im Freien auf, sie bewegen sich in ihrer Herde auf weitläufigen Naturweiden und benötigen idR kein weiteres Futter. 

Natürliches Grasland ist eine natürliche Vegetationsform und kann sogar mehr Kohlenstoff speichern als Wald. Grasland benötigt aber auch Viehherden um nicht zu versteppen. Das Abgrasen durch die Herde bewirkt in den Pflanzen einen Wachstumsimpuls, der neue Blätter treiben lässt; der Wachstumsimpuls bewirkt auch, dass sich neue Wurzeln bilden, während Kleinlebewesen aus den alten absterbenden Wurzeln Humus aufbauen.  Humus enthält über 50 % Kohlenstoff  und ist zusammen mit der Fotosynthese Teil des CO2-Kreislaufes und somit des Klimasystems. Viehherden sind essentieller Bestandteil für den Erhalt von Grasland und Voraussetzung für Biodiversität.

Durch die vielfältigen Gräser und Reifung erhält das Fleisch seinen unvergleichlichen Geschmack und die Zartheit, die den Fleischgenuss ausmachen.

In Puncto Ökologie ist der Schiffstransport im Vergleich zu Rindfleisch aus hiesiger intensiver Viehhaltung im Vorteil, da für die Futtermittelherstellung als auch für den Betrieb und das heizen modernster Ställe mehr Energie -noch aus überwiegend fossiler Verbrennung- aufgewendet werden muss. 98% der Stromerzeugung in Uruguay ist bereits aus erneuerbaren regenerativen Energiequellen.  Nach der Schlachtung reift das Fleisch während der Schiffsreise ungefähr 28 Tage. Wenn es bei uns in den Verkauf kommt, hat es eine perfekte Reifung.

Im Jahr 2018 importierte die gesamte EU ca.  162.000 t gekühltes und gefrorenes Rindfleisch aus den Mercosur-Staaten Brasilien,  Argentinien, Uruguay.  Geschätzt kommen davon ca. 40.000 t nach Deutschland. Zum Vergleich: im Jahr 2020 importierte nur Deutschland insgesamt rund 1,28 Millionen Tonnen Bananen und  ca.  1,2 Millionen Tonnen Kaffee.  Es wird die Sinnhaftigkeit von Importen angezweifelt, von Produkten, die auch hierzulande hergestellt werden könnten, wie zB Rindfleisch. Auch dann, wenn sie mengenmäßig so gut wie garnicht ins Gewicht fallen.  Mangos, Avocados, Tee und viele Produkte mehr sind hier noch garnicht angeführt.  Natürlich kann Rindfleisch auch hierzulande produziert werden, nicht aber in der jetzigen Menge unter gleichen optimalen Bedingungen wie sie in Uruguay natürlich vorkommen. Dort stehen jedem Rind im Durchschnitt ca. 2ha Weideland zur Verfügung.

Rindfleischerzeugung ist in Deutschland in hohem Maße mit der Produktion von Milch gekoppelt. Deutschland ist 4. größter Milchproduzent der Welt! Das heimische Rindfleisch ist oft nur ein Nebenprodukt dieser stark exportorientierten Milchwirtschaft. Damit eine Kuh eine jährlich gleichbleibende wirtschaftliche Menge (ca. 8tsd Liter) Milch produzieren kann, muss sie jedes Jahr ein Kalb gebären.  Circa 85% der in Deutschland gehaltenen Rinder leben im Laufstall und kommen, wenn überhaupt, nur im Sommer auf die Weide. Circa 9% der Rinder werden in Anbindehaltung gehalten.  Einige Umweltverbände fordern sogar, dass der Viehbestand in Deutschland um ca. 50% reduziert werden muss, um die Böden zu entlasten, da die industrielle  Massentierhaltung zu hohe Nitratbelastungen des Grundwassers durch Gülle verursacht.  Das von einigen Supermärkten und Discountern viel beworbene "regionale Jungbullenfleisch" stammt oftmals aus diesem System der industriellen Milchproduktion. Die beworbene Regionalität in dem System ist nur nett klingendes Marketing. Es ändert nichts.  und fördert Deutschlands Milchwirtschaft. Das verstärkt den Export und belastet die Böden hierzulande.  Jungbullenfleisch stammt von jungen Tieren, ist mager und hat wenig Fett im Gewebe. Wenn es also um gesundes, nachhaltiges und gleichzeitig schmackhaftes Rindfleisch geht, wird der Genießer/ die Genießerin am durchschnittlichem Jungbullenfleisch aus dem Supermarkt/Discounter vermutlich keinen gefallen finden. 

Es gibt hierzulande glücklicherweise Züchter die sowohl Tierwohl als auch Qualität verstehen und leben. Es werden mehr, sind aber noch zu wenige um eine kontinuierliche Menge für ganz Deutschland zu einem erschwinglichen Preis zu erzeugen. Fleisch sollte grundsätzlich nicht nur den besser-verdienenden zur Verfügung stehen. 

Insgesamt sind die Themenbereiche Fleischerzeugung und Tierwohl, Ökologie und fairer Welthandel und soziale Gerechtigkeit  zu vielschichtig um auf dieser Webseite ausgewogen vorgetragen werden zu können. Wer mehr über die ökologischen Vorteile der Rinderhaltung erfahren will, dem empfehlen wir das Buch von Dr. Anita Idel "Die Kuh ist kein Klimakiller". 

Klar ist, es gibt gutes Fleisch aus nachhaltiger Erzeugung und niemand muss darauf verzichten.  Lieber weniger,  dafür besser, ist auch eine gute Einstellung! 

 



Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Urheber: Nick Whitaker, Uruguay, Feb. 2019.


Quellen zum nachlesen: 

https://bzl-datenzentrum.de/pflanzenbau/feldfruechte-grafik
https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/versorgungsbilanzen/
https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/haetten-sies-gewusst/infografiken
https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Agrarexporte-verstehen.pdf;jsessionid=965D5A9FC4EBB811E229C538387E2127.live851?__blob=publicationFile&v=6
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/328345/umfrage/importmenge-von-bananen-in-deutschland/
https://www.fokus-fleisch.de/methan-mythos-warum-rinder-keine-klimakiller-sind



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